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Künstlerroman, Familiendrama und Psychothriller: Dieses Buch durchläuft mehrere Phasen und ist dabei immer überzeugend.
Zu Beginn des Romans schildert Hustvedt das großstadt-idyllische Leben zweier befreundeter Paare. Ja, so erträumt man sich das Intellektuellen-Dasein in New York… Man kann es faszinierend finden (aber ansatzweise auch etwas genervt davon sein), wie da der Maler, die Schriftstellerin und die Uni-Professoren am Essenstisch über Versmaße diskutieren. Die sehr ausführlichen Schilderungen einzelner Kunstwerke gehören nicht gerade zu meinen Lieblingspassagen, sind aber ein interessanter Ansatz, bildende Kunst in die Literatur zu integrieren, sozusagen schreibend Gemälde oder Installationen zu erschaffen.
Von diesem Ausgangspunkt aus schildert Hustvedt, wie das Lebensglück der Hauptfiguren unaufhaltsam schwindet; kleine Risse bekommt und vor allem durch einen großen Schicksalsschlag bröckelt.
Die Entwicklung steigert sich zum Schluss hin in der Geschichte des Sohns des Malers, der sich den Erwachsenen seit seiner Kindheit durch eine verlogen-angepasste Liebenswürdigkeit entzieht, gleichzeitig aber eine geradezu diabolische Seite entwickelt. Wie er Vater, Stiefmutter und Paten immer wieder etwas vorgaukelt, ihre Gefühle missbraucht, sie hilflos macht und vor den Kopf stößt – bis sogar ein schreckliches Verbrechen im Raum steht -, ist intensiv und verstörend.

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